Kinder brauchen vielfältige Lernorte, Erfahrungsräume und Menschen, die sie ermutigen! Was Landespolitik dafür tun muss:

Investive Pauschalen an Kommunen

Lernorte und Erfahrungsräume müssen geschaffen, etabliert und erhalten werden. Das erfordert investive und finanzielle Mittel, welche vorrangig die kommunalen Haushalte belasten. Zu Lernorten und Erfahrungsräumen zählen Kindertagesstätten, Schulen, Spielplätze, Jugendclubs, Vereinsräume, Erholungsräume, Rad- und Wanderwege. DIE LINKE setzt sich für gesetzlich verankerte investive Zuwendungen und Förderprogramme im Land ein, die vielfältige Lernorte und Erfahrungsräume insbesondere im ländlichen Raum sicherstellen.

Sicherung und Ausbau der Schulsozialarbeit

Als einer der ersten Landkreise in Sachsen-Anhalt hat sich der Landkreis Mansfeld-Südharz intensiv mit den Möglichkeiten für und Anforderungen an schulbezogene Jugendsozialarbeit auseinandergesetzt. Aufgrund der viel zu hohen Schulabbrecherquote und vielfältiger Probleme im Schulalltag hat sich der Landkreis an einem Programm beteiligt, welches aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Wir haben Träger der freien Jugendhilfe gewinnen können, die sich dieser Aufgabe mit viel Engagement und Professionalität gestellt haben.

Zum jetzigen Zeitpunkt werden 21 Stellen aus dem ESF-Programm und 16,5 Stellen über den Haushalt des Landkreises gefördert. Im Landkreis Mansfeld-Südharz profitieren die Schüler:innen fast aller Schulen, auch schulformübergreifend von der Schulsozialarbeit.

Das ESF-Programm zur Sicherung der Schulsozialarbeit läuft im Jahr 2020 aus. Die weitere Finanzierung der Schulsozialarbeit aus dem Haushalt des Landkreises wird aufgrund der schwierigen kommunalen Finanzlage in diesem Umfang nicht möglich sein. Schulsozialarbeit muss deshalb als Pflichtaufgabe verankert und die Finanzierung durch ein Landesprogramm dauerhaft sichergestellt werden.

Qualitätsoffensive

Neben der Sicherung von Fachkräften in Bildung und Erziehung stellt deren zielgerichtete Förderung von Qualifikation, Weiterbildung und Ausbildung einen Schwerpunkt für DIE LINKE dar. Des Weiteren sind für eine Qualitätsoffensive Umstrukturierungsmaßnahmen wie die Angliederung der Horte an die Grundschulen und die Absenkung des Betreuungsschlüssels in Kitas- und Horten notwendig.

Förderung von Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Jugendverbandsarbeit

Gerade die Jugendförderung, d.h. die offene Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Jugendverbandsarbeit braucht personelle und finanzielle Absicherung. Jugendförderung darf deshalb nicht länger als eine freiwillige kommunale Aufgabe angesehen werden, die immer wieder Gefahr läuft, gekürzt zu werden. Vielmehr braucht es eine stärkere jugend- und sozialplanerische Auseinandersetzung auf kommunaler und auf Landesebene. Jugendhilfeplanung muss in die Lage versetzt werden, bereichs- und ressortübergreifend die Handlungsmöglichkeiten der verschiedenen Akteure einbeziehen und bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können. DIE LINKE fordert deshalb erstens die Erhöhung von Maßnahmen der kommunalen Jugendarbeit um mindestens eine halbe Million Euro und zweitens eine gesetzlich verankerte Dynamisierung von 2,5 % jährlich.

Kinderschutz und Hilfen zur Erziehung

Es muss gelingen, Jugendhilfeleistungen wie Hilfen zur Erziehung passgenauer für die Betroffenen zu gestalten, Hilfsangebote flexibler und bedarfsgerechter auszurichten und problematischen Kinderschutzverläufen möglichst frühzeitig präventiv zu begegnen. Für die Hilfen zur Erziehung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitswesen gilt: Wir brauchen ein gelingendes Übergangsmanagement und verbindliche Kooperationsstrukturen. Beide Bereiche müssen enger miteinander verzahnt werden, um Kindern und Jugendlichen genau die Hilfen anbieten zu können, die sie benötigen. Und die betroffenen Familien müssen bei der Einforderung ihres Rechts auf Jugendhilfe stärker unterstützt werden. DIE LINKE setzt sich daher für die flächendeckende Einführung von Ombudsstellen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten ein.

 

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